Moderne Technologie auf Grabsteinen

QR-Code auf Grabstein. Bildquelle: 212228_web_R_K_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de

Die Grabpflege ist für viele Menschen von großer Wichtigkeit. Das Grab und der Grabstein sind das letzte Bindeglied zu einem geliebten Verstorbenen und man möchte diese Erinnerungsstätte so schön wie möglich gestalten. Dabei gibt es in der Regel eine Aufschrift auf dem Grabstein, die für alle Passanten zu erkennen gibt, wer hier zur letzten Ruhe liegt. Jetzt haben die Hinterbliebenen eine neue Möglichkeit, den Grabstein zu kennzeichnen. Es werden Inschriften mit QR Code angeboten, die sich mit Handy Apps ablesen lassen.

Ursprünglich wurde der QR Code im Jahr 1994 von der japanischen FirmaDenso Wave entwickelt, um die Bauteile bei der Autoproduktion von Toyota zu kennzeichnen. Dabei handelt es sich um eine quadratische Matrix, die aus schwarzen und weißen Punkten, sowohl als aus drei speziellen Eckmarkierungen besteht. Dadurch werden kodierte Daten binär dargestellt. Mit einer speziellen Software ist es möglich, den QR Code mit dem Mobilphone oder einem PDA abzulesen.
Lange schon werden QR Codes weit über ihr ursprüngliches Anwendungsfeld hinaus gebraucht. Sie dienen für alltägliche Aufgaben, wie zum Beispiel der Fahrplaninformation an Bahn- und Bushaltestellen und finden auch in der Werbung immer mehr Einsatz. Hier können sie auf eine Webseite weiterleiten, wo man eine ganze Menge zusätzliche Information für das Produkt erhalten kann.

Die Fa. B-Laserlight bietet ebenfalls an  QR Codes günstig auf Grabsteinen anzubringen. Hierbei kann man sich entweder für einen versteckten Code auf einem glatten Grabstein entscheiden, oder den Code auch in die herkömmliche Grabstein Aufschrift einarbeiten lassen. Nun hat der Betrachter die Möglichkeit, über den Code alle Information abzurufen, welche die Hinterbliebenen bereitstellen möchten. Lebensdaten, eine ganze Biographie oder auch Bilder können sich hinter dem unscheinbaren QR Code verbergen. Der eingescannte QR-Code leitet auf eine Webseite weiter, auf der man die Gelegenheit hat, jede Menge Information zu speichern. Besucher eines Grabes erhalten dadurch die Möglichkeit, viel über den Toten zu erfahren.

 

In Deutschland ist diese Idee noch sehr ungewöhnlich und auch ein wenig umstritten. Viele Personen halten lieber an herkömmlichen Formen zum Ausdruck der Trauer fest. Jedoch ist es nicht ungewöhnlich, dass Veränderungen, besonders wenn sie ein Thema betreffen, das uns am Herzen liegt, wie unsere Toten, zunächst einmal mit Skepsis betrachtet werden.
Es ist jedoch eine Tatsache, dass das Internet sich heute in unserem Leben breit gemacht hat und daraus wohl auch nicht mehr zu verdrängen ist. Ständig gibt es neue Anwendungen, die in der Regel vom Publikum auch mit Begeisterung akzeptiert werden. Der QR Code auf dem Grabstein ist da keine Ausnahme. Was heute noch als eine fragwürdige Idee erscheint, hat das Potential, schon in wenigen Jahren gebräuchlich zu werden. So ist es zum Beispiel vorstellbar, das ein Grabbesucher, der eine lange Reise unternommen hat, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, den eingescannten Code über e-mail in seine Heimat sendet. So können auch Personen in der Ferne an der Erinnerung an den Toten teilhaben, ohne vorort sein zu müssen. Nach diesem Prinzip hat das Internet die Welt heute klein gemacht und die Globalisierung gefördert. So ist es nur logisch, dass auch Trauer und Erinnerung an einen Toten auf die gleiche Weise begangen wird.

 

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